Neues aus dem Raucherloch

03.11.08 Es geht weiter …

Eine ganze Weile war es unentschieden: Rückbau oder Weitermachen? Freilich: während der doch ganz leidlich schöne Sommer noch währte, war der Leidensdruck der rauchenden Minderheit eher gering. Doch nun ist es entschieden: es wird weitergemacht!

Und nicht nur das: raucherclub-muc erscheint in neuem Outfit! Nicht laienhaft hingepfriemelt, sondern professionel gemacht. Dank an Brigitte Weber vom WEBER CREATIV TEAM in Düsseldorf.

Rauchen und Ausgehen? Das geht!

Nach Neujahr 2008 sah es erstmal so aus, als würde es kaum mehr irgendwo Raucheroasen geben. Jedenfalls schien es so. Empörung und Protest gegen Bevormundung durch eine sich damals noch ziemlich allmächtig dünkende CSU (wie haben keineswegs vergessen, dass aucj SPD und Grüne für das Gesetz gestimmt haben) lieferten die Motivation für die Einrichtung dieser Website.

Seitdem ist manches geschehen. Die CSU wurde profund abgewatscht und -gewählt, man besinnt sich gerade eines Besseren und das gegenwärtig noch unwirksame Gesetz ist demnächst Geschichte. Solange es aber besteht, machen wir weiter.

Die Ziele sind nach wie vor:

  • Raucherreservate nachzuweisen, wobei Art und Form der Raucherlaubnis möglichst verifiziert sein sollte
  • Informationen in Zusammenhang mit der Rauchverbotsgesetzgebung in Bayern aufzubereiten und zusammenzufassen
  • über Initiativen und Protestaktionen gegen das Rauchverbot zu informieren

Chronik der verlaufenen Ereignisse

08.01.08 TaTaaa … !

raucherclub-muc.de — Raucherclubs in München geht online.

24.01.08 Manche müffeln …

Gestern in meiner Stammkneipe (da kein offizielles Raucherreservat, wird nicht verraten, wo): Es wird geraucht, sogar vereinzelte Aschenbecher stehen herum. Der Wirt hatte seinerzeit gesagt, er wolle nur die Ascher entfernen und sich ansonsten aufs Bierzapfen konzentrieren. Da aber er am anderen Tag selbst saubermacht und generell Unordnung nicht leiden kann, stehen jetzt wieder Ascher da.

Wie gesagt: es wird geraucht — aber bei weitem nicht so viel wie früher. Wo früher Rauchschwaden die Gesichter des Publikums gnädig verhüllten, konnte man gestern selbst am anderen Ende der Theke noch jeden Pickel im Gastgesicht sehen. Es war aber nicht nur visuell anders, auch olfaktorisch war Veränderung zu bemerken. Wie soll ich es sagen? Zunächst die Damen hatten offenbar beim Auflegen von Parfüm (sagen wir lieber: Duftstoffen) die Verminderung des Grundrauschens noch nicht berücksichtigt. Was man zuvor bei entsprechendem Rauchpegel gerade so eben noch roch, das knallte jetzt schon auf 2m voll in die Nase.

Tja — und die Männer? Nur soviel sei gesagt: manche müffeln.

Dazu der passende Klapphornvers:

Zwei Knaben saßen auf einer Bank
der eine roch, der andere stank,
da sagte der Roch zum Stank:
"Ich setz mich auf eine andere Bank …"

10.02.08 Jetzt fast semiprofessionell …

Zunächst (im Januar) hatte der Eindruck bestanden, es würde nur einige wenige Raucheroasen geben. Dies war offenbar eine Täuschung. Die schnell wachsende Zahl hat uns dazu gezwungen, diese Seite umzustellen und den Anforderungen anzupassen. Jetzt also mit PFP, MySQL usw. Das war ein wenig Arbeit, wodurch die Aktualisierungen sich etwas verzögert haben.

25.02.08 Die 100ste Raucherkneipe!

Heute wurde die 100ste Raucherkneipe erfasst. Und die Zahl der Einträge scheint weiter beständig (wenn nicht beschleunigt) zu wachsen.

Pünktlich zum Erreichen dieser Marke gibt es jetzt die Münchner Raucherclubs auch auf Google Earth. Man kann jetzt Raucherclubs auf einem virtuellen Globus gewissermaßen vom Weltraum aus anfliegen bzw. suchen. Einzelheiten dazu siehe unter Google Earth-Layer.

08.03.08 Zeit zum Rückbau?

Die Kommunalwahl ist vorbei. Die CSU hat einige Prozentpunkte und einige Mandate verloren. Nicht wenige der ehemaligen Mandatsträger treibt das Gefühl um, das Rauchverbot habe etwas mit dem Verlust ihrer Herrlichkeit zu tun. Dass sie die Lust umtriebe, brennende Zigaretten sofort auszudrücken, und zwar auf irgendwelchen empfindlichen Teilen ihres Fraktionsvorsitzenden Georg Schmid, mag man gar nicht unterstellen. Lustig werden sie es jedenfalls nicht finden. Vor allem ungerecht: hat doch die SPD im Bayerischen Landtag genau so für das Rauchverbot gestimmt. Sie hat zwar auch verloren, aber bei weitem nicht derart heftig. Blanke Ungerechtigkeit: kaum bestimmt man ein paar Jahrzehnte die bayrische Politik, schon wird man dafür verantwortlich gemacht.

Wenig erstaunlich, dass es auf den Spitzen der CSU heftig krisengipfelt die letzten Tage. Rauchverbot auf der Wiesn? Doch lieber nicht und heuer gleich gar nicht. Am besten Rauchverbot nur noch in Speiselokalen mit angeschlossenem Kindergarten. Beckstein hat es ja eigentlich sowieso nicht gewollt, hat sich nur nicht sagen können getraut. Und sichert Huber seine Loyalität zu. Wer sich an Stoibers Abgang erinnert, weiß, was das heißt: Wenn die uneingeschränkte Loyalität angedroht wird, ist es Zeit, auf DEFCON 1 zu gehen. Und dass Beckstein hinter Georg Schmid steht, braucht erst gar nicht gesagt zu werden:

Schmid: Was willst du mit dem Dolche, sprich!

Beckstein: Blümchen schneiden, mein Schorsch, für dich!

Doch was wird es für uns Raucher bedeuten? Und für diese Website? Ist es an der Zeit, langsam mit dem Rückbau zu beginnen? Die Entwicklung der letzten Wochen lässt es ohnehin schon bald einfacher erscheinen, die verbliebenen Nichtraucherlokale aufzulisten. Oder werden die Raucherclubzeichen verschwinden und sich alles in blauen Dunst auflösen? Unsere Vermutung: jedenfalls nicht in München. Die Möglichkeit, unter dem Zeichen des Rauchverbots Türsteherwesen und Exklusivitätswixerei zügig auszubauen, ist einfach zu schön, als dass man es sich durch einen Fallrückzieher der CSU einfach verderben ließe.

Rückfütter (engl. feedback)

Obwohl erst wenige Tage online, erreicht uns eine zahlreiche Zahl von (bislang) ausschließlich anerkennenden Emails. Auf diese kann im einzelnen aus Platzgründen leider nicht vollinhaltlich eingegangen werden. Dennoch soll an dieser Stelle auf aus der Reihe oder aus dem Rahmen fallende Zuschriften ein Platz geschaffen sein, an dem sie hilflos ihre Kommentierung erwarten können.

Zunächst jedoch einmal zu einer wahrhaft bemerkenswerten Zuschrift, die uns (erstaunlicherweise schon bevor wir an eine Website wie diese auch nur gedacht hätten) auf kaum nachzuverfolgendem Wege erreichte — mit Bitte um Weiterleitung an die bayrische Staatsregierung und die Mitglieder des Landtags:

Wenn ihr italienische Gesetze macht, 
bekommt ihr ein italienisches Wetter!
							
Grüß MICH
							
GOTT

Wir müssen gestehen, diese Nachricht anfangs mit einer gewissen Skepsis betrachtet zu haben. Nachdem wir die Wetterentwicklung des Januars 2008 soweit beobachten konnten, sind wir allerdings geneigt, die Nachricht für authentisch zu halten. Man kann also unseren politischen Führern nur raten, schon in Hinblick auf Klimaschutz und Bayernerwärmung das Rauchverbotsgesetz umgehend einzustampfen — bevor die grünen Fluren unserer schönen Heimat verdorren im Dauerföhn.


Am 24. Januar erreichte uns eine Mail, die sich vor welchem Background auch immer schrill abhebt, und daher genannt sein will: Zé do Rock sandte uns eine tief persönliche, andererseits schon ins philosophische schwappende Stellungnahme zu Verhalten und Verhältnissen zwischen smaukis und antismaukis und der gesetzlichen Regelung selbiger:

par sachen …

Ähnlich Erhellendes zu anderen Themen auf seiner Website: www.zedorock.net


Kaum jemand wird mit sämtlichen Problemen der Welt so unmittelbar konfrontiert wie der Taxifahrer — die eine Hand am Lenker, die andere am Puls der Zeit (oder am Schalthebel). Und selbstverständlich lässt auch das Rauchverbot den Taxler nicht gleichgültig, sondern veranlasst ihn beispielsweise zu folgender Reflektion:

Wir Taxler in München dürfen ja bereits seit dem vergangenem September (auch wenn wir allein im Wagen sitzen) nicht mehr rauchen.

Wenn die Schnüffelstreifen des KVR ab Mitte Februar nach Qualm in den Lokalen suchen, sollen sie doch gleich mal ihre städtischen Kollegen von der Abteilung Verkehrsplanung mitnehmen. Die dürfen dann ihre Nasen in Richtung der Schikane-Ampeln halten, dort wo selbst zu völlig verkehrsarmen Nachtstunden in völlig verqueren Schaltungen die Autos unnötig gestoppt und zu erneutem Anfahren (man beachte den Auspuffstutzen!!) gezwungen werden. Da dürften die Gesundheitsfanatiker und Feinstaubexperten mal eine Nase voll nehmen und das Umweltgehirn einschalten. Wäre sinnvoller, als uns Raucher in diktatorischer Weise zu schikanieren und wie unartige Schulkinder vor die Türe zu schicken.

"Hunde und Raucher müssen draussen bleiben"